Speedy Gonzales, wir kommen !!!

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HON/UA

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28.02.2011
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Odessa/ODS/UA
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Vorwort

Reise Nummer 6 im Covid-Jahr 2021.

Nach Dubai, Ägypten, Portugal, einem Michelin-Run durch Frankreich


sowie Spanien


stand mir der Sinn nach Asien oder Amerika. Bei Planung Ende August war leider noch nicht absehbar, ob Indien oder Thailand öffnen würden, und so plante ich auf Sicherheit, Mexiko – denn das ging bisher immer.

Zum Glück muss ich sagen, denn Thailand machte zwar für 63 Länder auf, unter denen sich jedoch die Ukraine (noch) nicht befindet – obwohl unser Index weit unter anderen, in der Liste befindlichen Ländern, liegt. Und Lust auf ‚Sandbox‘ auf Phuket oder 7 Tage Quarantäne in einem Hotel in Bangkok habe ich nur sehr bedingt, macht bei knapp über 3 Wochen Reisedauer auch wenig Sinn.

So buchte ich für mich ein LH P-Klasse Ticket nach Mexiko, für Maryna gab es einen I-Klasse-Award auf der analogen Strecke. O-Klasse war weder über Meilen verfügbar, noch konnte der Upgrade per Voucher bei Buchung direkt gewählt werden.

Ich ließ mich auf die Warteliste per Voucher eintragen, ohne viel Hoffnung zu haben. Doch, Wunder geschehen, erhielt ich knapp eine Woche vor Abflug eine Email, welche den Upgrade in FIRST bestätigte. Ich rief direkt die SEN-Hotline an (Wartezeit unter 10 Minuten), fragte den Upgrade von I- auf O-Klasse für Maryna an – denn ‚getrennt‘ wollte ich nicht fliegen. Leider war der Upgrade mangels Verfügbarkeit nicht möglich, ich entschied mich die Buchung vorerst so zu belassen, auch weil ersichtlich war, dass zwei der 8 Plätze noch zum Verkauf standen.

48 Stunden vor Abflug checkte ich via M&M-Homepage die FIRST-Award-Verfügbarkeit, stellte mit Freude fest, dass ein Platz verfügbar war. Ein erneuter Anruf bei der SEN-Hotline und nach Zahlung von 38‘000 Meilen sowie EUR 51.77 war Marynas Ticket ebenfalls in FIRST bestätigt.

Hotels waren ebenfalls gebucht, meist Bonvoy. Hier lohnte sich wöchentliches Checken der Preise, denn diese fielen, trotz weiterhin flexibler Buchung, teilweise um bis zu 50%.

In Bezug auf Mietwagen bin ich normalerweise SIXT-treu – jedoch nicht wenn deren Preise und Versicherungsbedingungen völlig überzogen sind. Und so kam es zu einer Buchung über billiger-mietwagen, Anbieter ‚Sunny Cars‘, abgewickelt über ‚Alamo‘, inkl. Vollkaskoversicherung. Ich bin jetzt schon gespannt wie das laufen wird.

Auch hinsichtlich ‚Essen‘ habe ich meine Recherchen gemacht. Mangels Guide Michelin griff ich auf ‚Top 50‘ zurück, las mich durch einige Food-Blogs und fand glücklicherweise auch einen von Mark Wiens, einem Food-Blogger meines Vertrauens. Speziell via Mark Wiens hatte ich bereits einige meiner Lieblingsrestaurants in Thailand gefunden – und so bin ich guter Hoffnung, dass wir auch in Mexiko gut essen werden.

Die Reisevorbereitung war in Covid-Zeiten etwas aufwändiger, speziell da wir vor kurzem von der EU als Hochrisikogebiet eingestuft wurden.

Zusätzlich zum sehr unkomplizierten und kostenlosen mexikanischen E-Visa für Maryna musste ich für uns beide die Einreiseanmeldung für Deutschland beantragen, unsere Impfzertifikate hochladen. Zur Sicherheit für Maryna noch eine Reisekrankenversicherung mit Covid-Abdeckung abgeschlossen und alles Mögliche ausgedruckt, um unseren Reiseverlauf auf Nachfrage bei Einreise dokumentieren zu können.

Ergänzend zum Reisebericht im VFT wird es auf Instagram zeitnah mittels Stories eine Kurzvideodokumentation geben. Wer Interesse hat schaut hier:
https://www.instagram.com/christian_ukraine_/?hl=de

Soviel zur Reiseplanung, am Montag geht es los. Hoffentlich kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen.
 

CompadreGüero

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
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FMO
In Bezug auf Mietwagen bin ich normalerweise SIXT-treu – jedoch nicht wenn deren Preise und Versicherungsbedingungen völlig überzogen sind. Und so kam es zu einer Buchung über billiger-mietwagen, Anbieter ‚Sunny Cars‘, abgewickelt über ‚Alamo‘, inkl. Vollkaskoversicherung. Ich bin jetzt schon gespannt wie das laufen wird.
Mit Alamo habe ich kürzlich in Puebla, Mexiko die katastrophalste Mietwagen-Erfahrung meines Lebens gemacht. Kurzfassung: Über ADAC gebucht, gebuchte Bedingungen (Zusatzfahrer) nicht respektiert, Wagen nicht verfügbar (Wartezeit 5h), keine Einsicht und keinerlei Entgegenkommen bei Personal und Vorgesetzten (trotz offizieller Beschwerde bei der Zentrale von Alamo in Mexiko). Am Ende hat der ADAC das einigermaßen geregelt.
Ich hoffe, bei euch geht alles glatt.
 
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HON/UA

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28.02.2011
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22. Nov. 2021, 1. Reisetag; Teil 1

Nach knapp 2 Stunden Schlaf klingelte um 02:45 der Wecker, ziemlich gerädert quälten wir uns aus dem Bett und unter die heiße Dusche – unsere +0.5 schaute entgeistert, drehte sich in ihrem Körbchen um und schlief unbeeindruckt weiter.

Eine Stunde später waren die letzten Sachen im Koffer verstaut, wir verabschiedeten uns von unserer Kleinen, waren ‚ready to go‘, das Taxi wartete ebenfalls bereits.

Knapp 2 Stunden vor Abflug erreichten wir den KBP-Flughafen 20 km östlich Kievs, mussten beim Eintreten die Flugtickets vorzeigen, Temperatur oberflächlich messen lassen.

An den LH-Schaltern war bereits reger Betrieb, die beiden C/F-Schalter zum Glück verwaist,


so dass wir nach einem ausführlichen Dokumentencheck inkl. Online-Visa für Maryna, zügig unsere 3 Gepäckstücke aufgeben konnten, die Boardingpässe für die 3 Flüge des Tages in Händen hielten.


Die Priority-Security-Control öffnete extra für uns ihre Pforten, auch die Passkontrolle benötigte keine 2 Minuten.

Und, Wunder geschehen doch noch, die Sparhansa hatte endlich den Beitrag für die Lounge entrichtet, so dass wir nach über einem Jahr nicht vor dem Gate auf den Abflug warten mussten, stattdessen in der Lounge den wirklich guten Kaffee genießen konnten.


Auch in der Lounge war das Speisenangebot wieder hochgefahren,


zusätzlich vor Vor-Covid-Zeit gibt es nun eine Glasvitrine mit allerlei Süßspeisen.


Dass die Lounge gut besucht war liegt auch daran, dass, im Gegensatz zu Europa, bei uns schon seit langem wieder Regelbetrieb herrscht, was man auch am Flight-Board erkennt, welches keine Unterschiede zur Pre-Covid-Zeit erkennen lässt.


30 Minuten vor geplantem Abflug gingen wir hinunter zu Gate D8, wo gerade der Einsteigeprozess begann, wir uns unverzüglich auf unsere Plätze 1A und 1C begeben konnten.

Da der Flug nach München nur wenig ausgelastet war, sicherte sich Maryna den 1D/F-Block


– breit machen konnte man sich aber in der NEO trotzdem nicht, denn die Mittellehnen sind starr verbaut, um dort die Tische unterbringen zu können. Die alte Lösung, bei welcher die Tische in der Trennwand verbaut, die Mittellehnen hochklappbar sind, gefällt mir wesentlich besser.

Pünktlich hoben wir vom KBP-Flughafen ab, erreichten zügig die Reiseflughöhe und bekamen das Frühstück serviert, Tasting Heimat München.

Selbst die Münchner Crew, welche dieses ‚Frühstück‘ zum ersten Mal sah, war erstaunt: Linsensalat zum Frühstück,


dazu durchweichtes Müsli, es erschloss sich ihnen nicht was dies mit ihrer Heimatstadt zu tun haben soll.

So blieb uns noch eine Stunde um etwas Schlaf nachzuholen bevor wir relativ hart am Münchner Flughafen aufsetzten.

Komischerweise hielten wir vor dem neuen Terminal, bekamen dann aber eine Treppe ans Flugzeug geschoben, auch der Porsche stand für uns bereit.




Schnell waren wir am Terminal, durch die Sicherheitskontrolle, an der Passkontrolle interessierte sich niemand für unseren Einreiseantrag, um 08:10 erreichten wir die First Class Lounge, wo wir nach einer Zigarette gleich im Restaurantbereich Platz nahmen.




Was macht man morgens in München ? Genau ! Weißwurst essen, dazu eine Brezel (natürlich bei weitem nicht so gut wie in Schwaben) und süßen Senf.


Da wir ziemlich wenig Zeit zur Verfügung hatten, erfolgte der Verzehr recht zügig, Maryna war überrascht wie gut es schmeckte.

Beim Hinausgehen fragte ich noch nach einer Münchner ‚Bronze-Ente‘, welche wir problemlos überreicht bekamen.

Gestärkt liefen wir zu Gate 32, wo ebenfalls gerade der Boardingprozess begann, wir ohne Warten wieder auf 1A und 1C Platz nehmen konnten.

Der Flug nach Frankfurt verlief völlig ereignislos, als kleines Frühstück wurde ein Frischkäse-Brot serviert (keine Ahnung was das mit ‚Berlin‘ zu tun hatte),


ziemlich 'spohrlich' belegt.


Auch in Frankfurt wieder eine relativ harte Landung


und nach einigem Herumkurven hielten wir wieder vor einem Terminal, um schon wieder eine Treppe ans Flugzeug geschoben zu bekommen.


Mir war es recht, denn der Cayenne brachte uns schneller in Richtung Terminal-A-Ausgang als wir es zu Fuß von einem Gate geschafft hätten.

Aktuell stehen für First-Class-Gäste entweder die SEN-Lounge in B oder das FCT zur Wahl, also verließen wir das Terminal, gingen nach links, an den Taxis vorbei zum Eingang des FCT.


Mit dem Aufzug nach oben, wo wir wieder einem kompletten Dokumentencheck unterzogen wurde, bevor wir die Heiligen Hallen betreten durften.

Unaufgefordert bekamen wir unsere Boadingpässe in die obligatorischen Hüllen gesteckt, zwei Enten auf den Tisch gestellt.
 

HON/UA

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28.02.2011
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22. Nov. 2021, 1. Reisetag; Teil 2

Kurz Instagram aktualisiert, Maryna bestaunte die Auswahl an alkoholischen Getränken,


dann in den Restaurantbereich gewechselt, wo ich für Maryna das erste Wiener Schnitzel ihres Lebens orderte (okay, auch für mich).


Sie gab zu, dass das mit dem ‚Schnitzel‘, das sie aus der Ukraine kennt, meist vom Schwein, mit dicker, angeklebter Panade, nichts zu tun hat – nur der Kartoffelsalat war heute nichts Besonderes, nicht ‚schlotzig‘.

Wir genossen noch etwas die Zeit im FCT, bevor wir abgeholt wurde, um uns hinunter zur Passkontrolle und Transfer zur 747-8i zu begeben.

Der VW Caravelle war im ‚Bentley-Style‘ ausgestattet, sehr bequem, jedoch ohne das Flair eines Porsches.




Bereits nach kürzester Zeit erreichten wir das Gate, an welchem ‚unser Flugzeug‘ für den Ritt nach MEX stand, im Retro-Design der 70er.


Hinauf und hinein, links abgebogen und schon standen wir vor unseren Sitzen in Reihe 3, getrennt durch den schmalen Gang.




Wie beim (wesentlich komfortableren) Airbus A380 gibt es auch hier kleine Spinde, um seine Habseligkeiten unterzubringen, jedoch hier nicht verschließbar – seltsam.

Vom sehr freundlichen Personal erhielten wir die übliche Willkommensprozedur, etwas zu trinken & Macadamianüsse,


das Amenity Kit, Wi-Fi-Voucher, Speisekarte




und, extrem wichtig, der Van Laack Strampelanzug für ein ‚wie-zuhause-Feeling‘.

Maryna bekam anhand der Mitreisenden sehr schnell mit worin der Reiz einer First-Class besteht: nicht darin ‚nett auszusehen‘, sondern sich möglichst komfortabel von A nach B zu bewegen, eben das ‚wie-zuhause-Gefühl‘ zu haben. Bei den vorherrschenden Abständen und hochgefahrenen Zwischenwänden, nimmt es auch niemand mit der ‚Maske‘ so genau, diese wurde eigentlich maximal beim Gang zu den Waschräumen aufgezogen; sehr angenehm auf einer Reise mit 11 Stunden und 35 Minuten reiner Flugzeit.

Mit etwas Verspätung dockten wir ab, fuhren zur Startbahn und starteten Richtung Osten, wodurch wir bei herrlichem Ausblick eine große Runde über meine ehemalige Heimatregion drehten.

Beim Blick hinunter kamen natürlich Erinnerungen hoch… ‚hier habe ich mal gewohnt‘, ‚da bin ich in die Lehre gegangen‘, ‚diese Fähre habe ich fasten jeden Tag genommen‘ usw. Und trotzdem habe ich nicht das Gefühl wieder zurückzuwollen. Ja, vielleicht mal bei gutem Wetter für 2 Wochen, Maryna zu zeigen wo ich herkomme, damit sie erkennt weshalb ich ‚anders‘ bin als Ukrainer, mehr aber auch nicht.

Manchmal muss es Champagner sein, und unter diesem Motto ließen wir uns zwei Gläser einschenken, stießen auf unsere erste Reise als ‚Verlobte‘ an.


Das Menü begannt mit einer (totgebratenen) Crevette auf Blumenkohlmousse,


gefolgt vom LH-Klassiker, Caviar, in unserem Falle ohne die ‚traditionellen Beilagen‘, sondern einfach nur mit einem Dreieck Toast und Butter.


Problemlos gab es auf Nachfrage einen Nachschlag, welchen wir beide unserem Gaumen gönnten. Dass ganz banale Fischeier so lecker sein können…

Es folgte ein zweites Glas des sehr angenehmen, weil nicht zu sauren Champagners zu den auf einem Tablet dargereichten Vorspeisen (nichts Besonderes),


gefolgt von versalzener Maronensuppe


sowie einem furztrockenen Fisch (mit völlig versalzenen Blattspinat), welchen man nur mit einem Hauch Riesling hinunterbrachte.


Als Dessert einen ziemlich kalten Karottenkuchen – der Monitor zeigte noch immer 9 Stunden und 20 Minuten Flugzeit.
 

HON/UA

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28.02.2011
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22. Nov. 2021, 1. Reisetag; Teil 3

Zum Glück zeigten zwei Gläser Champagner und etwas Riesling bei uns beiden deutliche Wirkung: wir ließen, wie unsere Mitreisenden, das Bett richten, waren innerhalb kürzester Zeit im Reich der Träume.

In der Nacht kaum geschlafen, Alkohol… als wir erwachten zeigte der Monitor eine Restflugzeit von 4 Stunden und 30 Minuten, die Stewardesse verteilte Früchte und Getränke – wobei unsere Wahl nun auf Coke Zero fiel.

Dank LH-Flynet ging es etwas ins Internet, auch konnte ich einen Teil des Tripreports verfassen, bis seltsamerweise, kaum waren wir über den USA, dieses ausfiel.

Zur Ablenkung bestellten wir uns einen Snack, für Maryna die arabischen Mezze,


für mich die 3 Kalbfleisch-Mini-Burger.


Zu meiner Verwunderung waren die Burger saftig, durchaus essbar – Maryna war weniger überzeugt von dem ihr gebotenen.

Heidelbeeren und Apfelkuchen konnten überzeugen,


so dass wir gestärkt die letzten 2 ½ Stunden unseres Fluges antreten konnten, unter uns die weite Leere des Mittleren Westens.

Die letzten 2 Stunden des Fluges zogen sich in die Länge, und so schliefen wir nochmals ein, bis wir von der Ansage geweckt wurden, dass wir nun in den Landeanflug übergehen würden, in 30 Minuten am MEX ankommen würden.

Während wir durch die dicke Wolkendecke flogen schüttelte es kräftig, doch trotz relativ großem Bogen über Mexico City landeten wir sogar 15 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit.

Nachdem wir angedockt hatten konnten wir zügig das Flugzeug verlassen, liefen durch den etwas in die Jahre gekommenen Flughafen zur Passkontrolle, welche zum Glück ziemlich menschenleer war.

So war diese innerhalb von Minuten erledigt, unser Gepäck wartete trotzdem bereits neben dem Band auf uns.

Ohne jegliche Kontrolle ging es in die Ankunftshalle, wir liefen nach links zu Tor 7, denn dies war das nächstgelegene, zu dem man ein UBER bestellen konnte.


Auch dessen Ankunft erfolgte fast unverzüglich, wir schafften es gerade unsere erste Zigarette nach dem langen Flug zu inhalieren.


Als wir im Taxi saßen bemerkten wir, dass wir vor genau 24 Stunden unsere Wohnung verlassen hatten.

Innerhalb von weniger als 30 Minuten ging es zum gebuchten Hotel, dem Le Meridien Mexico City.

Hier hatte ich mich von den sehr guten Reviews in Tripadvisor leiten lassen – wie sich bei unserer Ankunft herausstellte ein Fehler. Gut, das Hotel ist nicht gerade teuer, doch so einen alten Schuppen hatte ich nicht erwartet.

Hinauf ins erste Obergeschoss zur Rezeption, dass es einen Upgrade auf eine Suite geben würde, hatte ich schon im Vorfeld in der App erkannt.

Man hat wohl versucht aus dem Hotel das Bestmögliche herauszuholen, aber aus einem alten Klepper macht man trotz oberflächlicher Renovierung kein Rennpferd.

Hinein in die Suite, durch das ziemlich triste Wohnzimmer


in das ebenso triste Schlafzimmer,


dazu die LED-Lampen so gewählt, dass sie ein kaltes weißes Licht geben, mit dem Wohlfühlfraktor eines Großraumbüros.

Bei der Inspektion des Badezimmers fiel mir natürlich sofort der DuschVORHANG auf – etwas das ich wirklich hasse.


Da reißt es auch keine Pseudoküche mit Mikrowelle heraus.


Nachdem wir das Nötigste ausgepackt hatten liefen wir noch kurz zum nahegelegenen OXXO, deckten uns mit Coke Zero ein, ich erstand eine SIM-Karte, um mein Telefon ohne horrende Roamingkosten nutzen zu können.

Noch schnell den Rest ausgepackt und ab ins Bett.
 

PhileasFogg

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29.03.2012
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Lieber setze ich das Bad unter Wasser als einen Duschvorhang zu nutzen. Aber Amerikaner scheinen dir Dinger zu lieben. Zumindest bietet sie Hilton in deren Hilton at Home Shop an.
 
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HON/UA

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28.02.2011
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23. Nov. 2021, 2. Reisetag; Teil 1

Die Zeitverschiebung von 8 Stunden ins Minus machte die Nacht etwas mühsam. Das erste Mal erwachte ich um 02:30, dann wieder um 4 und um 05:30 war dann Schluss mit Schlafen. Zudem brummte uns beiden gewaltig der Schädel, was wohl weniger am LH Champagner als an den über 2‘000 Metern Höhe lag, auf denen Mexico City liegt.

Frühzeitig standen wir unter der Dusche. Die ersten 5 Minuten war das Wasser eiskalt, die folgenden 2 rostbraun. Die Duscharmatur erinnerte mich an Reisen in die USA in meiner Jugendzeit.


Deshalb waren wir um kurz nach 7 bereits im Restaurant des LM, ein ebenso trister Ort wie das ganze Hotel,


nahmen unser ‚American Breakfast‘ ein.

Der ‚Kaffee‘, soweit man die Brühe so nennen darf, überraschte Maryna, welche normalerweise den von mir zubereiteten Kaffee genießt, eine Essenz, in welcher der Löffel stehen bleibt. Und so verzog sie bereits das Gesicht als die fast durchsichtige Flüssigkeit in ihre Tasse floss. Etwas Milch und sie stellte fest, dass sich der ‚Kaffee‘ schon beim ersten Tropfen ins Schneeweiße verfärbte. Ihre Gesichtsausdruck sagte beim ersten Schluck alles. Welcome to ‚The Americas‘ – ich hatte nichts anderes erwartet.

Der Continentale Teil des Frühstücks, also Früchte mit Joghurt und Granola waren essbar, dazu je eine Scheibe !!! Toastbrot !!!, Butter, Ketchup und mit Wasser verdünnter Saft. Wir durften ein weiteres Gericht von der Karte wählen, Maryna bestellte ein Omelette, ich versuchte ‚Chilaquiles‘, was sich als von Sauce durchweichte Chips herausstellte.


Als Maryna den Tausch anbot schlug ich ein – nur um feststellen zu müssen, dass das Omelette wie aufgeschäumtes Wasser schmeckte. Keine Ahnung wie man das hinbekommt...

Im Anschluss tauschten wir etwas Geld (mieser Wechselkurs) und versuchten uns nochmals im Ausfüllen des obligatorischen Gesundheitsformulars. Auf Englisch ist dies eine Katastrophe, denn man muss herausfinden, dass bei Geburtsdatum nicht das Datum, sondern das Alter eingetragen werden muss. Auch die Gesundheitsfragen fehlen völlig, so dass man ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ auf gut Glück ankreuzt.

Zum Glück scheine ich alles richtig erraten zu haben, denn wir bekamen beide ein ‚Accepted‘ sowie den QR Code.

Gegen 09:30 verließen wir das Hotel, stellten fest, dass es von außen besser aussah als von innen.


Direkt neben dem Hoteleingang befindet sich ein Starbucks, eine ‚Brühekette‘, welche ich normalerweise meide wie der Teufel das Weihwasser. Doch nach dem ‚Kaffee‘ im Hotel brauchten wir etwas, das ‚Kaffee‘ wenigstens nahekommt. Maryna war auch hier nicht begeistert, gab aber zu, dass diese bräunliche Flüssigkeit wenigstens etwas besser war.

Weiter zum nahegelegenen ‚Monumento a la Revolucion‘, sehr Art Deco,


und in Richtung Altstadt.

Die Gegend, durch die wir liefen, obwohl zentral, war teilweise doch sehr verfallen – nicht unbedingt eine Wohlfühloase.


Durch den Almeda Central, den ältesten Stadtpark Mexicos, zum ‚Palacio de Bellas Artes,


und weiter durch die Gassen der Altstadt, mit teilweise eindrucksvoller Architektur,


vollgestopft mit Geschäften mit Waren aus China.

Wir erreichten den ‚Plaza de la Constitucion‘ mit riesiger Flagge, an welchem Kathedrale und Palacio National mit nationalem Kulturmuseum liegen.


Zuerst besuchten wir die Kathedrale (oben im Foto), welche auch mal dringend eine Instandsetzung des Dachs benötigen würde,


betrachteten das viele Gold


und die Orgel,


gingen über den Platz zum Palacio National, konnten aber nicht in die Seitenstraße, da diese von Polizisten abgesperrt war.

Ich fragte höflich wie wir zum Nationalmuseum gelangen würden – und, schwups, ging die Absperrung auf.

Das interessante am Nationalmuseum war weder die Ausstellung zu China, noch die zu Afrika – uns interessierte der prächtig geschmückte Innenhof.






Genug der geschichtlichen Kultur, wir wollten echtes Kolorit, liefen weiter gen Osten, wo sich die Altstadt langsam von Touristen (wovon es aktuell eher wenige gibt) befreit


und zu einem großen Markt heranwächst – hier bekommt man bereits um kurz vor Mittag alles, inklusive aufgedonnerter Bordsteinschwalben, welche ihre Dienste zu duzenden entlang der Absperrung zur Hauptstraße feilboten.

Ziel unseres Marsches war das Gebiet um den ‚Mercado de la Merced‘, ein Labyrinth aus Gassen, in welchem wirklich alles erhältlich ist, vor allem aber Süßigkeiten in jeder erdenklichen Form.


 

HON/UA

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
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23. Nov. 2021, 2. Reisetag; Teil 2

Irgendwann schafften wir uns in dem Zickzack aus engen und überfüllten Gassen zum eigentlichen Mercado de la Merced durchzuschlagen, einen Betonkonstruktion, welchen jeden Fan des Brutalismus ins Schwärmen versetzt.

Die Auswahl an typisch Mexikanischen Waren,






aber vor allem Obst und Gemüse war sehr eindrucksvoll, wir hatten viel Spaß das Warenangebot zu erkunden.

Da nun langsam Hunger aufkam und sich direkt um den Markt zahlreiche kleine Stände mit Tischen befinden,


liefen wir herum, schauten welche angebotenen Gerichte uns besonders ansprachen.

Zuerst gab es eine Art Taco mit Fleisch, Zwiebeln und scharfer Sauce, welcher uns jedoch nicht überzeugen konnte. Etwas weiter einen Blauen Fladen, gefüllt mit Zucchiniblüten und Käse – schon wesentlich besser.





Das Highlight kam aber zum Schluss, ein kleines offenes Restaurant mit zahlreichen Tischen und Stühlen, welches sehr gut besucht war.


Wir erhielten einen kleinen Tisch (welchen wir uns später mit anderen Hungrigen teilen mussten), bestellten ‚Pancita‘, eine rote Suppe mit Kuhmagen, dazu wieder einen Fladen.


Die Suppe würzt man mittels bereitstehender Saucen, Zwiebeln, Limone und Koriander – und schon schmeckt sie sehr lecker, mit einer milden Schärfe.

Gesättigt verließen wir den Markt in Richtung Hauptstraße, was aber wiederum nicht so einfach war, denn man muss diesem Labyrinth erstmal entkommen.

Draußen warteten wir auf ein UBER, welches uns zur ‚Plaza de las Tres Cultures‘ brachte, einem Ort, an welchem in sich die 3 Kulturen des Landes treffen.


Mich hatte besonders die neuere Kultur hingezogen, denn ich hatte gelesen, dass hier entlang der Reforma in den 70ern ein größeres Wohnviertel errichtet wurde, von der Idee und Architektur Le Corbusiers inspiriert.

Die Gebäude sind zweifelsfrei nicht mehr in bestem Erhaltungszustand, doch die Grundidee ist erkennbar, viel (zu unserer Verwunderung gepflegte) Grünfläche zwischen den Wohnhäusern, überdachte Wege, welche die Flanierenden von eventuellem Regen schützen.


Nachdem wir etwas herumgelaufen waren, einen wunderbar frische Kokosnuss genossen hatten, nahmen wir ein UBER zurück zum Hotel.

Maryna erholt sich etwas, ich schrieb TR geschrieben, im Anschluss gingen wir hinunter in B2, wo sich das Hotel-Gym direkt neben dem Indoor-Pool befindet.


Viel hatten wir von diesem alten Schuppen eh nicht erwartet, aber dass ein Mitarbeiter die Decke in diesem Mini-Gym während der Öffnungszeiten streicht dann doch nicht. Handtücher oder Wasser ? Fehlanzeige !

Nach einem kurzen Besuch an der Rezeption änderte sich die Situation, doch der Geruch verschwand erst nach einigen Minuten.

Wir zogen unser Programm durch, was und dank der netten Atmosphäre schneller als sonst gelang, unter dem Motto ‚nur weg hier !‘.

Unter den Duschvorhang gehüpft, frisch gemacht – und schon war es Zeit fürs Abendessen, für uns um 19 Uhr etwas früh, doch es war schon vor 2 Wochen schwer genug einen Tisch in guten Restaurants zu bekommen.

Mangels Guide Michelin hatte ich hier den ‚Top 50‘ Führer herangezogen, welcher für CDMX ein paar interessante Optionen bot.

Für den heutigen Tag hatte ich einen Tisch in ‚Contramar‘ ergattert, einer Institution für Seafood.

Leider ist es mit den Taxis in Mexico City etwas kompliziert, egal ob UBER oder deren Konkurrent ‚Beat‘. Es scheint zu wenige Fahrer zu geben, denn teilweise wird angezeigt, dass keine Fahrzeuge zur Verfügung stehen oder man wartet knapp 15 Minuten, auch wegen der extrem vielen Ampeln in der Stadt.

Trotzdem erreichten wir das Restaurant pünktlich, bekamen einen netten Tisch im Inneren,


auf welchen augenblicklich Tortilla-Chips, Guacamole, scharf eingelegte Zwiebeln und Limonen gestellt wurden.

Ich wählte für uns Tostadas mit Thunfisch und Cebiche nach Art des Hauses, mit weißem Fisch.


Der Thunfisch auf den Tostadas war wunderbar, zart und sehr dezent im Geschmack – nicht dies zähe Schuhsole, welche man nur an einem Stück essen kann. Auch die Cebiche war ordentlich, für mich allerdings zu scharf, was den Geschmack des Fisches komplett untergehen ließ.

Anstelle eines Hauptgerichts entschieden wir uns für Tacos al Pastor, welche im Contramar jedoch statt mit Schweinefleisch mit Fisch zubereitet werden.


Dies war eine ausgezeichnete Wahl, denn, im Gegensatz zur oft recht trockenen Fleischvariante, waren diese exzellent, saftig, lecker im Geschmack.

Als Dessert entschieden wir uns für die Empfehlung des Hauses, eine Torte aus Erdbeeren, geschlagener Sahne und Merengue.


Zu unserer großen Verwunderung war diese nicht pappsüß, sehr harmonisch.

Die Rechnung, inklusive der obligatorischen zwei Coke Zero und 10% Trinkgeld, kam auf US$ 66, sicher nicht billig für Mexico, aber mehr als angemessen für das Gebotene.

Statt eines UBER versuchten wir auf dem Rückweg ein BEAT, preislich 50% günstiger. Wir dachten ‚jetzt kommt eine abgerockte Schüssel‘, doch wir wurden auch hier überrascht, es erschien ein Volkswagen Vento aus 2019, dessen netter Fahrer uns zügig zum Hotel brachte.
 

CompadreGüero

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
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FMO
Vielen Dank für den eindrücklichen Trip-Report.
ich versuchte ‚Chilaquiles‘, was sich als von Sauce durchweichte Chips herausstellte.
Chilaquiles sind DAS traditionelle Frühstücksgericht der Mexikaner. Das Problem ist, dass auch höherklassige Hotels in Mexiko es meistens weder schaffen, traditionelle Speisen gut zuzubereiten noch ein anderweitig qualitativ hochwertiges Frühstück zu bereiten. Daher war der Weg zum Mercado genau richtig, denn da findet man die besten mexikanischen Köchinnen.

Leider ist es mit den Taxis in Mexico City etwas kompliziert, egal ob UBER oder deren Konkurrent ‚Beat‘.
Es gibt vor allem in Mexiko-Stadt einen mit harten Bandagen geführten Kampf der Taxi-"Mafia" gegen UBER & Co. Ich habe es so erlebt, dass die UBER-Fahrer sich daher nicht überall hin trauen. Vielleicht hat es auch damit zu tun.

Dann noch 3 Tipps, sofern noch nicht bekannt und von Interesse:
Beeindruckende Wandmalereien des bekannten Muralisten Diego River findet man im Innenhof des Palacio Nacional (Sitz des Präsidenten) am Zócalo.
In mexikanische Folklore und Musik (Mariachi) eintauchen kann man abends an der Plaza Garibaldi.
Sehr umfangreiche und beeindruckende Ausstellungen über Geschichte und Kulturen Mexikos gibt es im antropologischen Museum. Dafür sollte man allerdings viel Zeit mitbringen.
 

HON/UA

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
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Odessa/ODS/UA
Wärst du mal lieber ins St. Regis statt ins Le Meridien gegangen, wenn es schon ein Marriott Hotel sein soll. Super Hotel, tolles Frühstück, Service, Zimmer, hat alles gepasst bei uns.
Das St. Regis lag mit ca. $ 500/Nacht weit außerhalb des Budgets.

Mein normales Limit für Hotels liegt bei ca. US$ 350/Nacht, bei Stadthotels, in welchen man sich ja kaum aufhält, bei max. $ 200/Nacht (Ausnahmen bei speziellen Anlässen oder Orten wie NYC oder Cap d'Agde).

Und ds erschien mir das LM CDMX mit $ 100/Nacht in meiner gewünschten Lage als ein guter Deal. Sheraton und Marriott lagen in einer ähnlichen Preisklasse, keine Ahnung ob eines der beiden die bessere Wahl gewesen wäre.
 

HON/UA

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28.02.2011
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24. Nov. 2021, 3. Reisetag; Teil 1

Die Zeitumstellung hat uns noch voll im Griff – und so waren wir beide wieder bereits um kurz vor 6 wach, genug Zeit um abzuwarten, bis heißes Wasser aus den Katakomben zu uns ins 6. Stockwerk kommt.

Kurz nach 7: Frühstück. Wir hatten gelernt, fragten nach ‚richtigem Kaffee‘ und bekamen zwei Tassen ‚Latte‘ – auf gut Deutsch zwei Tassen heiße Milch, welche sich auch durch Umrühren kaum ins Bräunliche verfärbte. Statt Wasser-Eiern und durchweichten Tortilla-Chips bestellten wir heute die anderen beiden Alternativen, Waffeln


und Pancakes.


Im Vergleich zu gestrigem waren diese Optionen essbar, speziell wenn mit Sirup (nur auf Nachfrage) übergossen und mit der Sauercreme und Früchten verzehrt.

Kurz nach 9 verließen wir das LM, liefen südwestlich in Richtung des Bezirks ‚Roma‘, kamen an der Bushaltestelle Hamburgo mit Stadtwappen vorbei,


betrachteten die interessante Architektur, welche genau meinem Geschmack entspricht - für Maryna und die meisten hier wohl eher unverständlich.


Nach 30 Minuten Fußmarsch erreichten wir den Parque Espana, durchquerten diesen, um zum Parque Mexico zu gelangen; sehr gepflegt, mit großem Kinderspielplatz, Outdoor-Gym, free Wi-Fi,


einigen Art-Deco Monumenten


und einem sehr großen, eingezäunten Bereich, in welchem sehr viele Dogwalker mit noch mehr Hunden unterwegs waren.

Überhaupt, man sieht in Mexico City extrem viele Hunde, welche meist mit Dogwalkern unterwegs sind, welche bis zu 5 Hunde an der Leine führen.

Ich entdeckte am Park ein Café, welches damit warb Illy-Kaffee zu servieren. Zudem der Name ‚Toscana‘, das machte alles Hoffnung auf ein ordentliches Gebräu.


Wir nahmen bei schönstem Wetter draußen Platz, bestellten zwei Macchiato – und bekamen selbst hier ‚Milch mit bräunlichem Wasser‘. Langsam geben wir es auf einen guten Kaffee in Mexiko zu finden.

Zum Glück gab es direkt gegenüber noch etwas Interessantes zu entdecken, das sehr hübsch und modern gemachte Café ‚El Moro‘, eine Kette mit vielen Outlets in der Stadt, welche angeblich die besten Churros Mexico Citys serviert.


Es wurden 200 g Churros und Schoko-Dip bestellt, welche frisch zubereitet und noch heiß in braunem Zucker gebadet wurden. Wir setzten uns in die Sonne und genossen die besten Churros, die wir jemals verdrückt hatten.


Sicher, auch in diesem eher wohlhabenden Teil der Stadt existieren Bettler, werden Kleinwaren angeboten während man im Café sitzt, doch hier hat man ein anderes Gefühl als am gestrigen Tage in der Altstadt. Man fühlt sich hier wohler, sicherer, natürlich auch weil an fast jeder Straßenecke ein Polizeiauto steht. Es ist grün, die Menschen besser gekleidet, die Auto neuer… es ist alles viel entspannter, man ist nicht dauernd dabei aufzupassen was um einen herum passiert.

Nachdem wir unsere Churros verzehrt hatten, liefen wir in Richtung Bosque de Chapultepec, kamen durch fast reine Art-Deco Straßenzüge


und kehrten noch kurz auf dem Weg bei einem Streetfood-Taco-Restaurant an, welches ich in Mark Wiens Foodblog aufgestöbert hatte.


Das ‚El Pescadito‘ liegt an einer Straßenecke, ist blitzsauer und lud zum Einkehren ein.

Ich bestellte einen würzigen Fisch-Taco sowie einen Shrimps-Taco, welche beide vor unseren Augen zubereitet wurden.


Wir setzten uns an einen Tisch, würzten mit Limone und scharfen Saucen nach, bissen in die leckeren, saftigen Tacos.


Auf Mark Wiens kann man sich verlassen.

Je näher wir dem Bosque näher rückten, je mehr merkte an die Entfernung zum Parque Mexico: es wurde alles etwas heruntergekommener, der ‚Aufpass-Instinkt‘ kehre zurück.

Wir betraten den Park, liefen über breite Wege an einem Brunnen vorbei


in Richtung Norden, vorbei am namensgebenden Schloss, welches heute ein Museum beherbergt.

Der Bosque gefiel uns nicht sonderlich, denn überall fand man links und rechts der Wege Verkaufsstände, welchen einen mehr daran denken ließen in einem Bazar zu sein.


Kurz vor Verlassen des Parks stießen wir noch auf einen sehr hübsch gemachten Starbucks, bestellten uns zwei Kaffeegetränke – nicht gut, aber eben besser als der Rest in Mexiko.


Nachdem wir uns von den bisherigen 12 km Fußmarsch etwas ausgeruht hatten, verließen wir den Park, liefen ein paar Schritte zum Museo Nacional de Antropologia, um uns in Mexikanischer Geschichte zu bilden.


Wir bezahlten US$ 4/Person Eintritt, gelangen auf den inneren Platz, um welchen sich die Museumsgebäude für die verschiedenen Regionen des Landes gruppieren.


Die Beschriftung der Exponate ist meist nur auf Spanisch erhältlich, so dass wir uns mehr dem Besichtigen der sehr, sehr zahlreichen Exponate widmeten.
 
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HON/UA

Erfahrenes Mitglied
28.02.2011
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24. Nov. 2021, 3. Reisetag; Teil 2

Die ersten 45 Minuten waren durchaus interessant – aber ohne Erklärungen werden die immer wiederkehrenden Schüsseln, Statuen etc. dann doch etwas langweilig.






Ja, das Museum ist sehr schön gemacht, architektonisch teilweise herausragend – trotzdem wäre es oft besser man würde sich auf das Ausstellen herausragender Exponate beschränken, statt 100 Mal die fast identische Schüssel hinzustellen. Vielleicht sind wir auch einfach nur Kulturbanausen.

Gegen 14:15 waren wir wieder im Hier und Jetzt, versuchten ein Taxi zu bestellen, was sich wieder als schwierig erwies, denn die ersten 2 Fahren stornierten die Fahrt, nachdem wir bereits auf jeden fast 10 Minuten gewartet hatten. Beim Dritten klappte es dann, er brachte uns zum Restaurant ‚Nicos‘, welches sich seit einigen Jahren einen Stammplatz im ‚Top 50‘ Führer sichern kann, traditionell mexikanische Küche auftischt.


Voller Vorfreude erreichten wir das Restaurant um 15 Uhr, mussten dann trotz Reservierung nochmals 20 Minuten in der Schlange auf unseren Tisch warten.

Traditionell ist das richtige Wort für dieses Etablissement, was man bereits deutlich am Interieur erkennen kann.


Die Speisekarte kam in Form einer großen Tafel, auf welcher alle Gericht natürlich nur auf Spanisch ausgezeichnet waren. Wie können wir auch so unterbelichtet sein und dieser Sprache nicht mächtig sein ??


Wenigstens sprach und verstand der Oberkellner etwas Englisch, so dass wir es schafften 3 Vorspeisen und ein Hauptgericht zu bestellen.

Alles begann vielversprechend mit einer vorzüglichen, am Tisch frisch zubereiteten Guacamole, welche mit waren Fladen serviert wurde.




Weiter ging es mit einer warmen Vorspeise, deren Hauptbestandteil Zucchiniblüten waren.


Das Ganze schmeckte ‚grün‘, ansonsten nach nichts. Wir ließen es stehen uns teilten mit, dass es einfach nicht unser Geschmack sei.

Im Anschluss wurde uns ein Gericht serviert, welches ich am besten so beschreibe: verkochte Spagetti mit Tomatensauce, einer Ecke hartgekochten Eis und etwas Avocado – auch ein Gericht, das man nicht wirklich aufessen musste.


Als Hauptgericht wurden uns Schweinerippchen angepriesen. Was ich nicht wusset, diese kamen gekocht in einer grünen, relativ geschmacksneutralen Sauce – zudem war das Fleisch trocken.


Zum Glück hatten wir vorher schon Churros und leckere Fischtacos gegessen.

So fragte ich freundlich nach der Rechnung; die Bedienung stutzte und brachte statt der Rechnung den Inhaber. Ich erklärte, dass es nicht an der Küche lag, dass das Essen einfach nicht unserem Geschmack und Erwartungen entsprochen hätte, ich deshalb gerne bezahlen würde.

Der Inhaber erwiderte, dass es keine Rechnung geben würde, man unzufriedenen Kunden nichts berechnen würde. Auch meine Ansage, dass wir die Guacamole und unsere beiden Coke Zero genossen hätten, brachte keine Änderung. Wow, das habe ich noch nie erlebt ! Manchmal muss man darum kämpfen, ein nicht fachlich richtig zubereitetes Gericht von der Rechnung streichen zu lassen – aber dass man nichts bezahlen darf, obwohl man einen Teil gegessen hat, das kannte ich bisher noch nicht.

Wir hinterließen ein sehr großzügiges Trinkgeld, verließen das Restaurant und bestellten, diesmal problemlos, ein Taxi zurück zum Hotel.

Nach einer Stunde Erholung, der Schrittzähler des iPhones zeigte bereits über 14 km Fußmarsch, ging es ins suboptimale, weil viel zu warme Gym. Die offenen Türen von Gym und Pool taten ihr Übriges, dies Luftfeuchtigkeit war extrem – und so wurde die Stunde Training doch ‚etwas‘ anstrengend.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten und das Mittagessen fast ausgefallen war, wählte ich für uns eine Location für ein kleines Abendessen aus meiner Liste.

Da wir mit den ‚Top 50‘ zum Mittagessen keine gute Wahl getroffen hatten, richtete ich mich nach Mark Wiens. Unter dem Motto ‚besser auf der Straße gut gegessen als im Restaurant schlecht‘, wählte ich für und ‚Tacos Los Juanes‘ in Roma Norte, Puebla 326.

Ein UBER brachte uns in die Nähe, wir fanden den Taco-Stand auf dem Bürgersteig direkt vor einem Gym. So konnten wir beim Essen den Jungs & Mädels guten Gewissens beim Training zusehen. Wir hatten es ja schon hinter uns.

Bei Tacos Los Juanes dreht sich alles um Fleisch und Innereien, mit und ohne Käse, Saucen und weitere Zutaten schaufelt man selbst auf die auf einem Plastikteller überreichten Tacos.


Wir begannen mit ‚Zunge‘, die wir beide lieben. Köstlich !


Weiter ging es mit ‚Pasteur‘ und anderen Zutaten, insgesamt 5 Tacos für jeden von uns, alle lecker bis köstlich, speziell die mit Käse.


Die Rechnung kam auf phänomenale US$ 7, gesättigt liefen wir zurück in Richtung Reforma, wobei in der Nacht sehr viele arme Menschen auf dem Bürgersteig und in den Hauseingängen schliefen.

Für ein kleines Dessert war noch Platz, und so suchten wir einen der Churros-Läden der Kette ‚El Moro‘ auf,


denn am Vormittag hatten wir etwas entdeckt, das wir unbedingt probieren wollten: Churros-Sandwich mit Eis.

Aus den 4 verschiedenen Eissorten (Vanille, Schokolade, Erdbeere und Kaffee) wählten wir ‚Vanille‘ – und so erhielten wir eine kleine Schachtel mit 3 Mini-Eissandwiches.


Wow !! Dies war der krönende Abschluss des Tages, die Churros knusprig, das Eis sehr lecker und natürlich, was man daran merkte, dass es so schnell zerlief wie das Eis, das ich zuhause mache.

Happy traten wir den Rückweg zum Hotel an, kamen an einigen mit Jugendlichen bevölkerten Plätzen vorbei, von welchen aus es kräftig nach Marihuana stank.


Ich muss gestehen, dass mir Mexico City architektonisch immer besser gefällt. Hoffen wir dass sie die ganzen Art-Deco Bauwerke nicht abreißen und durch Glasbauten ersetzen.
 

buddes

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03.04.2011
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Falls Du noch da bist, mach auf jeden Fall einen Ausflug zu den Pyramiden. Das ist wirklich sehenswert.
Ansonsten habe wir ja uns ja knapp verpasst, wobei wenn Du am 22.11 da warst, dann waren wir zur gleichen Zeit da. :) Schade hätte gerne nen Taco mit Euch geteilt :)
Viel Spaß noch.

Gruß
Sascha
 

HON/UA

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28.02.2011
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Falls Du noch da bist, mach auf jeden Fall einen Ausflug zu den Pyramiden. Das ist wirklich sehenswert.
Viel Spaß noch.

Gruß
Sascha
Die habe ich vor 20 Jahren gesehen - der Verkehr hin und zurück war der Horror, werde ich nie vergessen.

Wir besuchen noch andere Pyramiden in Mexiko, deshalb lassen wir Teotihuacán bewusst aus :rolleyes:
 
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buddes

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03.04.2011
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Die habe ich vor 20 Jahren gesehen - der Verkehr hin und zurück war der Horror, werde ich nie vergessen.

Wir besuchen noch andere Pyramiden in Mexiko, deshalb lassen wir Teotihuacán bewusst aus :rolleyes:
ok, die Fahrt hat bei uns von Reforma knapp 80min gedauert und die Highways waren besser in Schuss als alle anderen Strassen. :)
Gute Reise noch.
 
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