Diskussionen zu Kernenergie (aus "Elektromobilität")

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LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
9.703
2.336
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Und genau hier sieht man das Problem der Politik. Es werden schon fast auf religiöse Weise unzuverlässige formen der Energieerzeugung wie PVA stark subventioniert und zuverlässige wie KKW verbannt und dafür Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke laufen gelassen.

Die sechs noch aktiven KKW haben 2019/20 jeweils rund 60 TWh erzeugt. Drei davon gehen Ende diesen Jahres vom Netz, die anderen drei Ende 2022. Da werden die E-Autos ab 2023 wohl mit tschechischem Kohle- oder französischem Atomstrom fahren müssen ;-)

Tja dann muss man sich fragen wer hier versagt hat, wenn eine solch zukunftsfähige Technologie wie die Kernkraft in der Bevölkerung keinerlei Rückhalt hat.

Ich stelle mir gerade mal vor was in DE los wäre wenn man über einen neuen AKW Standort diskutieren würde. Evtl. irgendwo an der polnischen oder techischen Grenze, vielleicht in irgendeiner Strukturschwachen Gegend in Bayern ;-)
 

Micha1976

Erfahrenes Mitglied
09.07.2012
2.988
771
Tja dann muss man sich fragen wer hier versagt hat, wenn eine solch zukunftsfähige Technologie wie die Kernkraft in der Bevölkerung keinerlei Rückhalt hat.

Ich stelle mir gerade mal vor was in DE los wäre wenn man über einen neuen AKW Standort diskutieren würde. Evtl. irgendwo an der polnischen oder techischen Grenze, vielleicht in irgendeiner Strukturschwachen Gegend in Bayern ;-)

Das lustige daran ist ja, dass über die Dinger u.a. genau in den erwähnten Ländern (und den Niederlanden) nachgedacht wird. Allerdings stehen sie dann auf deren Seite, um uns den Strom gewinnbringend verkaufen zu können ;-).
 
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Luftikus

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
16.882
2.388
irdisch
Da es einige nicht kapiert haben, der Strom wird Atomstrom sein müssen, weil es sonst nicht genug gibt. Aus Frankreich und Polen vermutlich.
Auch wenn wenigstens der Bundestag gerade die "Stromautobahn" beschlossen hat, damit der Windstrom aus der Nordsee überhaupt im Süden, wo man ihn brauchen kann, genutzt werden kann.
 

LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
9.703
2.336
Komisch, das Italien 90% importiert und und dennoch im europavergleich knapp 8 Cent billiger ist.

Niederlande/Portugal importiert 70% und ist 30% günstiger.

Unser Kohlestrom ist in der Produktion einfach zu teuer und dann kommen noch die von dir angesprochenen Steuern/Umlagen hinzu.

Ich bin absolut nicht für das Abschalten der AKW‘s, ich denke als Laie man kann diese aktuell und in Zukunft störungsfrei betreiben. Ich bin aber schon dafür das die Zechen im Ruhrpott und im Osten geschlossen werden, da es auf 2 Arten einfach unweltschädlich ist. Da haben wir natürlich auch wieder das Thema subvention für die Kumpels, welche eigentlich arbeitssuchend sind.

Klar muss das Problem der Endlagerung bei AKW‘s auch noch gelöst werden.

Ich begrüße den Ansatz in DE irgendwann/2050, so wie Schweden und Co. 100% erneuerbarer Energien. Japan hat hier auch eine Riesen Entwicklung hingelegt.

Vielleicht kann ich dann auch den % an Umlagen und Steuern auch senken.

In DE machen es die Abgaben, und diese Prozentual erhoben werden hat der Staat ein hohes Interesse an hohen Energiepreisen. Daher finde ich es immer wieder bigott wenn ein Politiker über die hohen Energiepreise am Standort Deutschland klagt - diese könnte man leicht auf ein wettbewerbsfähiges Mass bringen wenn man auf Abgaben verzichten würde - ist in anderen Bereichen ähnlich.
 

chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
764
442
Zürich
Tja dann muss man sich fragen wer hier versagt hat, wenn eine solch zukunftsfähige Technologie wie die Kernkraft in der Bevölkerung keinerlei Rückhalt hat.

Ich stelle mir gerade mal vor was in DE los wäre wenn man über einen neuen AKW Standort diskutieren würde. Evtl. irgendwo an der polnischen oder techischen Grenze, vielleicht in irgendeiner Strukturschwachen Gegend in Bayern ;-)
Die Politik welche statt faktenbasiert Angstgetrieben oder aus Ideologie oder purem Opportunismus Entscheidung getroffen hat. Dasselbe gilt leider für den Grossteil der Medien welche sich nicht die Mühe machen ein Thema tiefgründig zu recherchieren. Teilweise hängt es wohl auch daran, dass die Ausbildung der Journalisten ein Verständnis der Materie sehr schwierig machen. Für einen Soziologen zum Beispiel welcher in den Journalismus wechselt und dann über Fukushima schreiben muss ist es verständlicherweise sehr schwierig die Fakten richtig zu deuten. Leider gibt es viel zu wenig Journalisten mit technischen Hintergrund. Insbesondere bei Fukushima ist die durch die DACH Medien verbreitete Fehlinformation erschreckend. Ich empfehle jedem der sich dafür interessiert Berichte der IAEA etc. zu dem Thema zu lesen und sich dann selbst ein Bild zu machen.
Im allgemeinen ist die Stimmung gegen KKWs langsam wieder am drehen da langsam klar wird, das dass mit nur Erneuerbaren wohl doch nicht so einfach ist wie anfangs von ein paar Träumern ohne technisches Wissen angenommen. Siehe zum Beispiel Holland. In DE steigen die Umfragewerte auch langsam wieder, wenn auch noch weit entfernt von einer Mehrheit.
 

LH88

Erfahrenes Mitglied
08.09.2014
9.703
2.336
Die Politik welche statt faktenbasiert Angstgetrieben oder aus Ideologie oder purem Opportunismus Entscheidung getroffen hat. Dasselbe gilt leider für den Grossteil der Medien welche sich nicht die Mühe machen ein Thema tiefgründig zu recherchieren.

So funktioniert unsere Gesellschaft nun einmal. Wer etwas erreichen will muss mit den vorhandenen Instrumenten klarkommen. Opportunismus und Angst vor Fehlern sind nun einmal der erfolgreiche Motor aktueller Politik - auch von Unternehmenspolitik im übrigen.
 
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chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
764
442
Zürich
Komisch, das Italien 90% importiert und und dennoch im europavergleich knapp 8 Cent billiger ist.

Niederlande/Portugal importiert 70% und ist 30% günstiger.

Unser Kohlestrom ist in der Produktion einfach zu teuer und dann kommen noch die von dir angesprochenen Steuern/Umlagen hinzu.

Ich bin absolut nicht für das Abschalten der AKW‘s, ich denke als Laie man kann diese aktuell und in Zukunft störungsfrei betreiben. Ich bin aber schon dafür das die Zechen im Ruhrpott und im Osten geschlossen werden, da es auf 2 Arten einfach unweltschädlich ist. Da haben wir natürlich auch wieder das Thema subvention für die Kumpels, welche eigentlich arbeitssuchend sind.

Klar muss das Problem der Endlagerung bei AKW‘s auch noch gelöst werden.

Ich begrüße den Ansatz in DE irgendwann/2050, so wie Schweden und Co. 100% erneuerbarer Energien. Japan hat hier auch eine Riesen Entwicklung hingelegt.

Vielleicht kann ich dann auch den % an Umlagen und Steuern auch senken.
Das Endlagerproblem wäre schon längst gelöst wenn man nur wollte. Es existiert in der Form nämlich gar nicht, da die neuste KKW Generation allesamt fähig sind den angefallenen Atommüll zu verwerten. Auch ein Endlager könnte in D und CH schon längst im Bau sein wenn die Politik das nicht verhindern würde um das Thema dauerhaft zu befeuern. Zudem ist ein grosser Teil des Strahlenmülls gar nicht von KKWs sondern aus anderen Industriezweigen wie zum Beispiel Medizin.
 

chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
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Zürich
So funktioniert unsere Gesellschaft nun einmal. Wer etwas erreichen will muss mit den vorhandenen Instrumenten klarkommen. Opportunismus und Angst vor Fehlern sind nun einmal der erfolgreiche Motor aktueller Politik - auch von Unternehmenspolitik im übrigen.
Dem stimme ich vollkommen zu. Dann darf man aber nicht jammern wenn das mit der Energiewende nichts wird oder zukünftig von Zeit zu Zeit das Licht ausgeht weil das Netz zu instabil wurde...
 

Luftikus

Erfahrenes Mitglied
08.01.2010
16.882
2.388
irdisch
Das Endlagerproblem wäre schon längst gelöst wenn man nur wollte.
Naja, also wie das Thema bisher gehandhabt wurde, ist es kein Wunder, dass es da Proteste gegeben hat. Wenn man mal die Filme gesehen hat, wie dilettantisch die in der Versuchsgrube ihre Fässer "einlagern": Ein Bagger schmeißt sie in einer Höhle zwei Etagen tiefer, wobei sie schon mal beschädigt werden. Nur die Finnen haben überhaupt ein Endlager. Die erforderliche, extrem lange Lagerdauer verändert natürlich auch die Kostenrechnung für das ganze System.
 
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chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
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Zürich
Naja, also wie das Thema bisher gehandhabt wurde, ist es kein Wunder, dass es da Proteste gegeben hat. Wenn man mal die Filme gesehen hat, wie dilettantisch die in der Versuchsgrube ihre Fässer "einlagern": Ein Bagger schmeißt sie in einer Höhle zwei Etagen tiefer, wobei sie schon mal beschädigt werden. Nur die Finnen haben überhaupt ein Endlager. Die erforderliche, extrem lange Lagerdauer verändert natürlich auch die Kostenrechnung für das ganze System.
Wie gesagt, die lange Lagerdauer haben wir bloss weil wir keine neuen KKWs bauen und den Müll nicht weiternutzen. Was dann übrigbleibt muss noch so ca. 300 oder weniger Jahre gelagert werden was durchaus handlebar ist.
 

Tupolew

Erfahrenes Mitglied
27.09.2012
1.148
78
Die Politik welche statt faktenbasiert Angstgetrieben oder aus Ideologie oder purem Opportunismus Entscheidung getroffen hat. Dasselbe gilt leider für den Grossteil der Medien welche sich nicht die Mühe machen ein Thema tiefgründig zu recherchieren. Teilweise hängt es wohl auch daran, dass die Ausbildung der Journalisten ein Verständnis der Materie sehr schwierig machen. Für einen Soziologen zum Beispiel welcher in den Journalismus wechselt und dann über Fukushima schreiben muss ist es verständlicherweise sehr schwierig die Fakten richtig zu deuten. Leider gibt es viel zu wenig Journalisten mit technischen Hintergrund. Insbesondere bei Fukushima ist die durch die DACH Medien verbreitete Fehlinformation erschreckend. Ich empfehle jedem der sich dafür interessiert Berichte der IAEA etc. zu dem Thema zu lesen und sich dann selbst ein Bild zu machen.
Im allgemeinen ist die Stimmung gegen KKWs langsam wieder am drehen da langsam klar wird, das dass mit nur Erneuerbaren wohl doch nicht so einfach ist wie anfangs von ein paar Träumern ohne technisches Wissen angenommen. Siehe zum Beispiel Holland. In DE steigen die Umfragewerte auch langsam wieder, wenn auch noch weit entfernt von einer Mehrheit.

Und was ist deine Qualifikation, dass du die AKWs als sicher einschätzen kannst? Nur mal so nebenbei, die Dinger kann man nicht versichern und das hat seine Gründe.

Leicht anmaßend, die Gegenseite als Ideologen, Träumer und Opportunisten zu bezeichnen. Zeugt wiederum davon, dass du keine Argumente hast und auf die persönliche Ebene gehen musst.
 

chrigu81

Erfahrenes Mitglied
16.02.2016
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Zürich
Und was ist deine Qualifikation, dass du die AKWs als sicher einschätzen kannst? Nur mal so nebenbei, die Dinger kann man nicht versichern und das hat seine Gründe.

Leicht anmaßend, die Gegenseite als Ideologen, Träumer und Opportunisten zu bezeichnen. Zeugt wiederum davon, dass du keine Argumente hast und auf die persönliche Ebene gehen musst.
Dipl. Ing. Maschinenbau... Damit kann ich vielleicht kein komplettes KKW bauen, aber einen Grossteil davon:)
Natürlich sind KKWs versichert. Auch wieder so ein Märchen. Brauchst keine 30s zu Googeln (https://nuklearia.de/2021/01/26/foe...-kernkraft-kosten-ist-junk-science/#more-7991).
 

costa verde

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10.10.2017
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Und was ist deine Qualifikation, dass du die AKWs als sicher einschätzen kannst?
.

Bin zwar nicht direkt angesprochen, aber möchte hier trotzdem meinen Senf dazugeben. Meine Qualifikation sind 5 Jahre Studium der Kernenergietechnik und 20+ Jahre Erfahrung mit Sicherheitsanalysen. Ich denke ich kann die Sicherheit der KKW ganz gut einschätzen. Hilft mir in solchen Diskussionen nur leider meist nix. Weil Kernkraftgegner unterstellen ihren Diskussionspartner entweder Unwissen oder, wenn das Argument wie bei mir nicht zieht, Befangenheit. Somit muss " Die Gegenseite" sich niemals mit echten Argumenten auseinandersetzen. Und das kann man dann schon Ideologiegetrieben nennen, ohne anmaßend zu sein.
 

DrThax

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10.02.2010
11.709
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EDLE 07
Bin zwar nicht direkt angesprochen, aber möchte hier trotzdem meinen Senf dazugeben. Meine Qualifikation sind 5 Jahre Studium der Kernenergietechnik und 20+ Jahre Erfahrung mit Sicherheitsanalysen. Ich denke ich kann die Sicherheit der KKW ganz gut einschätzen. Hilft mir in solchen Diskussionen nur leider meist nix. Weil Kernkraftgegner unterstellen ihren Diskussionspartner entweder Unwissen oder, wenn das Argument wie bei mir nicht zieht, Befangenheit. Somit muss " Die Gegenseite" sich niemals mit echten Argumenten auseinandersetzen. Und das kann man dann schon Ideologiegetrieben nennen, ohne anmaßend zu sein.

Ernst gemeinte, interessierte Frage:
Gibt es denn für den interessierten Laien (bzw. jemanden, der keine 5 Jahre Kernenergietechnik studiert hat) eine - idealerweise neutrale - Quelle, wo man diese Infos nachlesen könnte? Wenn das Problem der KKW-Technik mit der Lagerung radioaktiver Abfälle tatsächlich gelöst wurde, wäre das ja ein Ansatz.
Wo werden diese neuartigen KKWs bereits produktiv eingesetzt?

P.S.: Wenn sich dieses Thema sachlich weiterentwickelt, kann ich das auch gerne später in einen separaten Thread auslagern. Hat ja nur noch am Rande mit EVs zu tun. ;)
 
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chrigu81

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16.02.2016
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Ernst gemeinte, interessierte Frage:
Gibt es denn für den interessierten Laien (bzw. jemanden, der keine 5 Jahre Kernenergietechnik studiert hat) eine - idealerweise neutrale - Quelle, wo man diese Infos nachlesen könnte? Wenn das Problem der KKW-Technik mit der Lagerung radioaktiver Abfälle tatsächlich gelöst wurde, wäre das ja ein Ansatz.
Wo werden diese neuartigen KKWs bereits produktiv eingesetzt?

P.S.: Wenn sich dieses Thema sachlich weiterentwickelt, kann ich das auch gerne später in einen separaten Thread auslagern. Hat ja nur noch am Rande mit EVs zu tun. ;)
Mit neutralen Quellen ist das so eine Sache... Ich persönlich ziehe meine Infos von verschiedenen Seiten wie zum Beispiel der Nuklearia.de (definitiv nicht neutral, aber immerhin ein Gegenpol) oder der IAEA und stelle diese Informationen dann zum Beispiel den Aussagen von Politikern und Journalisten und wäge für mich ab wer wo wohl näher an der Realität liegt. Auch der IPCC sagt eigentlich klar, dass die Energiewende ohne KKWs zumindest sehr schwierig wird und sicher deutlich länger dauern wird.
Verbrennen von Atommüll oder zumindest verbrennen mit weniger Überresten ist ein Teil der Generation IV (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum). Ein vor kurzem in Betrieb genommener Generation IV Reaktor ist zum Beispiel der Russische BN-800 (https://en.m.wikipedia.org/wiki/BN-800_reactor).
Ich wollte hier eigentlich nicht den Faden mit einer KKW Diskussion Hijacken, deshalb würde ich es begrüssen falls das ganze Thema ausgelagert würde.
 
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costa verde

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10.10.2017
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Ernst gemeinte, interessierte Frage:
Gibt es denn für den interessierten Laien (bzw. jemanden, der keine 5 Jahre Kernenergietechnik studiert hat) eine - idealerweise neutrale - Quelle, wo man diese Infos nachlesen könnte? Wenn das Problem der KKW-Technik mit der Lagerung radioaktiver Abfälle tatsächlich gelöst wurde, wäre das ja ein Ansatz.
Wo werden diese neuartigen KKWs bereits produktiv eingesetzt?

Klar, gibt es. Müsste aber wirklich in einen extra Faden. Zu OT
 

costa verde

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10.10.2017
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Erledigt. Kannst also loslegen! :)

IAEA wurde schon genannt. Von denen habe ich neulich einen leicht verständlichen Überblick über den Stand der SMR (small modular reactor) Entwicklung gelesen. Muss ich aber morgen im Büro suchen, gibt es bestimmt auch einen Link dafür.

Wer die IAEA für befangen hält, kann sich an die Union of concerned scientists halten. Die kritisieren die Atomindustrie der USA scharf, sind aber nicht gegen neue Entwicklungen. Die Kritik an den Zuständen in den USA ist übrigens auch gerechtfertigt, wenn es irgendwo noch mal zum schweren Unfall kommen sollte, dann da!

Allgemein wird das Problem des Atommülls überschätzt. Wenn der letzte Reaktor in Deutschland vom Netz ist, reden wir von Brennstoffvolumina, die in einen Würfel Von 15 m passen würden. In Worten, fünfzehn Meter. Ich persönlich würde das Zeug einfach im bewachten Zwischenlager lassen, wenn es sein muss eben 1000 Jahre. Und dafür haben wir über 40 Jahre bis zu einem Drittel des gesamten Stromverbrauchs Deutschlands erzeugt.

Noch ein Wort zum Schnellen Brüter, weil hier der BN800 erwähnt wurde. Ich persönlich mag die Technologie überhaupt nicht. Flüssiges Natrium als Kühlmittel eröffnet ganz neue Störfallszenarien. Und diese Dinger sind praktisch kaum zu inspizieren. Man kann sich den Zustand des Reaktors, anders als beim konventionellen wassergekühlten KKW, nicht wirklich ansehen und ist auf Messungen von aussen angewiesen. Man fährt praktisch 40 Jahre im Blindflug, da fehlt mir das Vertrauen.
 
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Brainpool

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15.03.2014
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Zwei Fahrzeuge auf der Transrapid-Strecke war einer zuviel...
...aber Atomkraft ist sicher!

Die Menschheit glaubt immer alles fest im Griff zu haben, bewiesen durch Unmengen an Studien. Trotzdem macht es plötzlich durch Pillepalle Fehler oder unberechenbarer Natur Buuuuuuuuuuuuummmmmmmmmmm
Aber naja, die Menschheit arbeitet halt mit Vollgas an ihrer eigenen Ausrottung
 
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ro2020

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01.10.2020
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654
Zwei Fahrzeuge auf der Transrapid-Strecke war einer zuviel...
...aber Atomkraft ist sicher!

Die Menschheit glaubt immer alles fest im Griff zu haben, bewiesen durch Unmengen an Studien. Trotzdem macht es plötzlich durch Pillepalle Fehler oder unberechenbarer Natur Buuuuuuuuuuuuummmmmmmmmmm
Aber naja, die Menschheit arbeitet halt mit Vollgas an ihrer eigenen Ausrottung
Ausrottung?
Anzahl der Toten seit Nutzung Kernenergie: Deutlich unter 1000. (Mit geschätzten Spätfolgen vielleicht 20k, hier kann jeder die Statistik seiner Wahl nutzen.)
Anzahl der Toten durch Luftverschmutzung: 4,5 Mio - jedes Jahr!
https://www.tagesspiegel.de/wissen/...10 Milliarden Kilowattstunden erzeugtem Strom.
 
Zuletzt bearbeitet:

Brainpool

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15.03.2014
2.801
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Wer gegen Kernkraftwerke ist, ist gegen Klimaschutz !
Nein, ich bin auch für Klimaschutz, aber wenn mir die Fachleute erzählen das sie alles fest im Griff haben wackeln mir immer die Ohren. Ist wie bei Boeings Mäxchen, die FAA hat sie für gut befunden und trotzdem wurde sie in die Erde gerammt.
Mein Vergleich oben mit dem Transrapid zielt auf die grundlegende Sicherheit ab. Wenn wir Menschen Probleme haben, zwei Fahrzeuge auf einer Strecke zu koordinieren, was soll ich dann von einem hoch komplexen Atommeiler halten?
Da brennt plötzlich eine kleine Sicherung durch und im ganzen Werk ist kein Ersatz zu finden? Geht nicht?
Wenn ein Kohlekraftwerk hochgeht gibt es einen ordentlichen Rums und dann wird zusammengefegt.
Ein AKK macht auch Rumms, allerdings hat der ganze Globus etwas davon.
Klimaschutz fängt für mich vor der Haustür an, man muss keine 200 Meter mit dem 2,5to SUV zum Briefkasten fahren. Sowieso mal überdenkenswert ob man die Fahrzeugtechnik von heute in der Form braucht. Man muss nicht Unmengen an Blech in Bewegung bringen um eine Person durch die Landschaft zu gurken. Zur Zeit werden die PKW einfach nur aufgebläht, je größer desto besser.
Energie besser und sinnvoller nutzen statt AKK zu bauen um eigentlich nicht notwendige Energie zu erzeugen.
Das wäre meine Meinung zum Klimaschutz
 
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costa verde

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10.10.2017
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Zwei Fahrzeuge auf der Transrapid-Strecke war einer zuviel...
...aber Atomkraft ist sicher!

Mit Verlaub, das Argument ist ein wenig unterkomplex.

Hat aber einen wahren Kern. Es gibt kein 100% sicheres KKW. Behauptet auch niemand, der ernstgenommen werden will. Der Aufwand für Sicherheit ist gewaltig und macht den größten Teil der Kosten aus, trotzdem kann etwas passieren. Aber dafür kann man eben vorsorgen. Nach Tschernobyl war die erste und wichtigste Einsicht der Russen, dass ein Containment (Sicherheitsbehälter um den ganzen Reaktor) eben doch sinnvoll ist. In Fukushima hat das Containment noch schlimmeres verhindert, obwohl es im Laufe des Unfalls teilweise zerstört wurde. Hätte es einen Filter zur sicheren Druckentlastung gehabt (wie alle deutschen Anlagen), hätte niemand evakuiert werden müssen! Das ist zum Beispiel eine Sache, die ich den Amerikanern vorwerfe. Eine gefilterte Druckentlastung kostet nicht die Welt, weniger als 10 Mio. Trotzdem haben die Amerikaner viel Zeit und Aufwand reingesteckt, um eine Nachrüstung in ihren Anlagen zu verhindern, auch nach Fukushima.

Neue Anlagen haben darüber hinaus Vorrichtungen, um auch eine Kernschmelze innerhalb des Sicherheitsbehälters zu kühlen. Was jetzt noch als Restrisiko bleibt, liegt auf dem Niveau einer plötzlichen Supernova. Und das muss man dann auch irgendwann mal ehrlich gegen die sehr realen Klimatoten aufwiegen.